"Landesregierung muss mehr Klassen einrichten und allen zugangsberechtigten Schülern Besuch ermöglichen“
Auch im kommenden Schuljahr werden viele Bewerber um Plätze an den beruflichen Gymnasien im Landkreis Emmendingen eine Absage erhalten.
Das ist das Ergebnis einer entsprechenden Anfrage, welche die SPD-Landtagsabgeordnete Marianne Wonnay an Kultusministerin Marion Schick gestellt hat.
Demnach haben sich über 300 zugangsberechtigte Schüler um einen Platz an einem der beruflichen Gymnasien im Landkreis Emmendingen beworben. Dazu zählen neben ca.15 % Schülern aus den jetzigen Klassen 9 und 10 der achtjährigen Gymnasien auch fast 85 % Schüler mit Mittlerem Bildungsabschluss also nach Realschule, Werkrealschule und zweijähriger Berufsfachschule, die die formalen Aufnahmevoraussetzungen erfüllen. Dieser Nachfrage stehen jedoch nur 172 Plätze am Technischem und Wirtschaftswissenschaftlichem Gymnasium gegenüber.
Engpässe auch am neuen Sozialwissenschaftlichem Gymnasium
Allein am neuen Sozialwissenschaftlichem Gymnasium haben sich 250 Bewerberinnen und Bewerber um die vorhandenen 31 Plätze beworben, ein Beweis, wie gut dieser neuer Schultyp zwar angenommen wird, aber nicht mal ein Bruchteil der Bewerber annehmen kann.
„Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass die beruflichen Gymnasien allein aus Kapazitätsgründen nicht in der Lage sind, alle Interessierten aufzunehmen“ so Marianne Wonnay. Sie fordert deutliche Verbesserungen vom Land.
Ihre konkrete Forderung: „ Das Land muss die Zahl der Klassen an den beruflichen Gymnasien deutlich erhöhen und ausreichend personelle, finanzielle und räumliche Ressourcen zur Verfügung stellen.“ Es sei ein falsches Signal, dass Schüler unter einer verfehlten Schulpolitik des Landes leiden müssten. „ Einerseits wirbt das Land für seine Realschulen mit dem Hinweis auf gute Anschlussmöglichkeiten, andererseits stellt es aber zu wenige Plätze an beruflichen Gymnasien zur Verfügung“, kritisiert die Abgeordnete. So müssten sich viele engagierte Schüler nach einer Absage demotiviert auf die Suche nach Alternativen machen.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Eingangsklasse der beruflichen Gymnasien ist die mittlere Reife. Für Realschüler, Werkrealschüler und Berufsfachschüler ist dabei ein Notendurchschnitt von mindestens 3,0 in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie der ersten Pflichtfremdsprache notwendig. Die Realität bei der Aufnahme zeigt jedoch, dass nur Schüler mit einem Abschluss möglichst besser als 2.0 eine reelle Chance haben.
„ Damit werden die offiziellen Aufnahmekriterien des Landes ad absurdum geführt, weil die angebliche Durchlässigkeit durch das fehlende Angebot gar nicht vorhanden ist“ kritisiert Marianne Wonnay.